Passivhaus

Ein Haus das sich selbst erwärmt? –Schwer vorzustellen, dank Passivhäusern aber möglich

Ein Passivhaus ist ein Gebäude, das energieeffizient, komfortabel und umweltfreundlich zugleich ist. Durch diese besonderen Anforderungen ist es möglich, einen Altbau durch Umbau und Sanierung in ein Passivhaus zu verwandeln. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Altbau, weist ein Passivhaus einen Heizenergiebedarf von nur etwa einem Zehntel auf.

 

Wie funktioniert ein Passivhaus?

Besonders gut gedämmte Außenwände sorgen dafür,  dass die Wärme, die  von Personen und Haushaltsgeräte abgehen, kaum verloren geht.

Es kann zudem eine strombasierte Heizung zugeschaltet werden, die über die hauseigenen Sonnenkollektoren betrieben wird. Diese dienen vor allem dem Zweck das Dusch-und Badewasser zu erwärmen. Zudem wird in einem speziell isolierten Wasserspeicher das erwärmte Leitungswasser bis zur Nutzung gespeichert. Die Sonnenkollektoren befinden sich auf dem Dach.

Es wird eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung installiert, diese dient im Sommer als Klimaanlage und im Winter als Heizung.

Passivhausfenster lassen besonders viel Wärmeenergie der Sonnenstrahlung durch, hierdurch wird der restliche Wärmebedarf gedeckt.

Das Passivhaus wird dank der Wohnraumlüftung zwangsbelüftet. Das hört sich im ersten Moment nicht so toll an, ist es aber! Die Frischluft wird durch einen Erdwärmetauscher geleitet, so dass im Sommer gekühlte und im Winter vorgewärmte Luft ins Haus kommt. Daher ist das Lüften mit offenen Fenstern ohnehin überflüssig. Die Fenster können dennoch ganz normal geöffnet werden. Dies führt allerdings zu Wärmeverlusten.

Kurz zusammengefasst ist ein Passivhaus darauf ausgelegt:

  • alle Wärmeverluste so gut wie möglich zu vermeiden
  • alle Möglichkeiten der Wärmegewinnung so gut es geht auszuschöpfen
Passivhaus Schema

Warum heißt es Passivhaus?

Die Häuser werden als Passivhäuser bezeichnet, weil sie den überwiegenden Teil des Wärmebedarfs aus  „passiven“ Quellen beziehen. Als passive Quellen gelten dabei die Sonneneinstrahlung sowie die Wärme, die von Personen und technischen Gegenständen ausgeht.

Vorteile

  • Weitestgehend unabhängig von Energieträgern
  • 90 % weniger Heizwärmebedarf als ein unsanierter Altbau
  • Vergleich zu einem durchschnittlichen Neubau: Einsparungen von mehr als 75%
  • Besondere Fenster mit 3-Fach Verglasung  halten die Wärme schützend im Haus
  • Menschen und elektronische Geräte dienen als Heizung
  • Lüften ist nicht notwendig
  • Heizungen meist nicht nötig
  • Niedrige laufende Betriebskosten
  • Konstante Raumtemperatur im Sommer und Winter
  • Gesundes Raumklima
  • Lichtdurchflutetes Haus
  • Keine Zugluft und keine kalten Wände
  • Gute Ökobilanz
  • Kaum Risiko eines Schimmelschadens
  • Belüftungsanlage draußen

Nachteile

  • Handelsüblicher Kamin kann nicht verwendet werden
  • Gäste führen zu schnellem Aufheizen der Räume
  • Ausfall der Lüftungsanlage bei Stromausfall
  • Je nach Herstellung des Dämmmaterials nicht unbedingt umweltfreundlich
  • Kein fühlbares Wärmeerlebnis wie in Häusern mit gewöhnlicher Heizung
  • Höhere Investitionskosten

Zertifizierung

Ein Passivhaus muss nicht zertifiziert sein, um ein Passivhaus zu sein. Die Zertifizierung ist aber gut geeignet, um den gewünschten Baustandard zu garantieren. Das Passivhaus-Zertifikat gibt Ihnen also eine zusätzliche Sicherheit, dass alles so funktioniert wie es funktionieren sollte.

Gibt es bestimmte Haustürarten für Passivhäuser?

Solange die Haustür unter dem U-Wert 0,8 ist, kann im Regelfall jedes Haustürmodell verwendet werden. Zudem muss die Haustür die Luftdichtklasse 3 erreichen.

Begriffsdefinition für Verträge

Begriffe wie Niedrig- oder Niedrigstenergiehaus haben im Vertrag, für ein Passivhaus, nichts zu suchen. Der Vertrag muss ausdrücklich auf ein Passivhaus hinweisen, damit der Heizwärmebedarf von maximal 15 kWh/m²a im Jahr nicht überstiegen wird.

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